Seit 1999 professionelle KMU-Unternehmensbewertung


 

 

Etablierte Verfahren der "normierten" Unternehmensbewertung

 

 

IDW S1-Standard

(auch IDW S5 - IDW S6 - IDW S10 - IDW S13 - DW RS- HFA 10 etc.)


Diese Bewertungsstandards werden vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) herausgegeben. Insbesondere der IDW S1 – Standard hat hierbei zentrale Bedeutung für die allgemeine Unter-nehmensbewertung, während sich IDW S5 / S6 / S10 / S13 / HFA 10 mit Detailfragen zur Be-wertung immaterieller Vermögenswerte, Sanierungskonzepten, Bewertung von Immobilien, Unternehmensbewertung im Familien- und Erbrecht, Bewertung von Beteiligungen befassen.

 

Nach IDW S 1 bestimmt sich der Wert eines Unternehmens durch den dem Unternehmenseig-ner zukünftig ausbezahlten Barwert der finanzielle Überschüsse seines Unternehmens. Dem-nach sind Gewinnausschüttungen etc. an die Inhaber der wesentliche Wertetreiber zum Unter-nehmenswert. (i.e. diskontierter Zukunftserfolgswert).

 

In der Praxis des IDW S 1 haben sich das Ertragswertverfahren, Discounted Cashflow-Verfah-ren (DCF) und Liquidationswerte herausgebildet.

  • Vorteile: Sehr thematisch konkludenter Aufbau, sehr detailiertes Vorgehen, sehr genaue Analyse und Planung, sehr nachvollziehbare Bewertungsmethodik, zu-künftiger Gewinn als primärer Wertetreiber

  • Nachteile: Nur für sehr große sehr risikodivesifizierte Unternehmen strigent an-wendbar, für kleine und mittlere Unternehmen nur methodisch modifizierte Ver-wendung möglich

Die Kritik an IDW S1 zur Bewertung von kleinen und mittelständischen Unternehmen richtet sich primär auf die normierte Bestimmung des Kapitalisierungszins über das CAPM. Dieses Bewert-ungs-Modell ist primär auf die Bewertung sehr großer, börsennotierter, sehr risikotechnisch di-verzifierter Großkonzerne ausgerichtet.

 

Für die Bewertung von kleinen und mittelständischen Unternehmen ist der IDW S1 (in diesem Punkt) nicht geeignet, da dort keine typischen Geschäftsrisiken von Klein- und Mittelbetrieben berücksichtigt werden dürfen.

 

Diese Abweichungen betragen oft deutlich < 100% - 200% zum berechneten Unternehmens-Wert (aus IDW S1) verglichen mit real bezahlten Marktpreisen für kleine und mittelständischen Unternehmen.

 

b) BewG - Standard

 

Der BewG-Standard ist ein normiertes (nur) steuergesetztliches Verfahren der Finanzverwalt-ungen zur Festsetzung von primär Erbschafts- und Schenkungssteuern. Es ist (im Grundsatz) ein sehr vereinfachtes Ertragswert-Verfahren.

 

Der BewG - Standard hat nicht das Ziel "betriebs- bzw. finanzwirtschaftlich marktreal nachvoll-ziehbare" Unternehmenswerte oder Kaufpreise für Unternehmen zu definieren. Ziel und Zweck ist ausschließlich die Festlegung von normierten Standards für die Steuerfestlegung seitens der Finanzbehörden. Diese singuläre Zielsetzung wurde mehrfach höchstrichterlich (BFH) bestätigt.

  • Vorteile: Für ausschließlich steuerliche Zwecke nachvollziehbar, methodisch sehr einfach, geringer Aufwand

  • Nachteile: Ermittelt nur steuerliche Kennzahlen, im typischen betriebs- oder finanzwirtschaftlich Sinne nicht real anwendungsfähig, historischer Gewinn als primärer Wertetreiber

Die Kritik an BewG-Standard richtet sich primär auf die rein ertragssteuerliche Betrachtung der historischen G&V-Rechnungen, ohne jedweden Einbezug der gesamtwirtschaftlichen Lage des Unternehmens aus seinen Bilanzen und seiner zukünftigen Ertragssituation.

 

Diese Abweichungen betragen oft deutlich < 200% - 300% zum berechneten Unternehmens-Wert verglichen mit real bezahlten Marktpreisen für kleine und mittelständischen Unternehmen.

 

d) AWH-Standard

 

Der AWH-Standard wird vom Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH) heraus-gegeben. Ziel dieses Bewertungsstandard ist primär die Unternehmensbewertung von KMUs im handwerklichen Bereich.

 

In seiner grundsätzlichen Methodik und Logik folgt dieser Bewertungsstandard zunächst den bereits für den IDW S1-Standard vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) beschriebenen Vor-gehensweisen.

 

Im Unterschied zum IDW S1-Standard erfolgt jedoch keine zukünftige Planung der Bilanz- und Finanzdaten und der unternehmensinternen bzw. –externen SWOTs etc.. Der AWH-Standard verzichtet (aufwandstechnisch) bewusst auf eine Planung der zukünftigen betriebs- und finanz-wirtschaftlichen Zahlen und der unternehmensinternen und –externen SWOTs im Detail, schreibt diese damit fast pauschaliert aus der Vergangenheit in die Zukunft fort.

 

Im Unterschied zum IDW S1-Standard betrachtet der AWH-Standard auch das unternehmens-interne Risikoprofil des Unternehmens über unternehmensindividuelle Risikofaktoren (limitierter SWOTs) und rechnet diese zum Kapitalisierungszinssatz hinzu.

  • Vorteile: Thematisch konkludenter Aufbau, methodisch detailiertes Vorgehen, nur sehr eingeschränkte Analyse und Planung, nachvollziehbare Bewertungsmethodik

  • Nachteile: Primär historischer Gewinn als dominierender Wertetreiber, keine Plan-ung für die Zukunft, bei Veränderungen des Unternehmens im Zuge eines Verkaufes / Kaufes nur bedingt aussagefähig, primär schematisierte Gutachten, nur einge-schränktes Know-How der HWK-Unternehmensbewerter

Die Kritik am AHW-Standard richtet sich primär an die fehlender Zukunftsplanung des Unter-nehmens, sehr starren (normierten) MS-Excel-Tool / MS-Word-Tools zur Erstellung von Be-wertungen und der sehr eingeschränkter Zeit die die Unternehmerbewerter der HWKs zur Verf-ügung haben.

 

Diesbezüglich erstellt Unternehmens-Bewertungen führen immer dann zu quasi tautologischen Bewertungsaussagen, wenn sich im Zuge des Unternehmens(ver)kaufes wesentliche betriebs-, oder finanzwirtschaftliche, steuer- oder rechtliche Grundlagen verändern, diese damit nicht mehr mit den historischen Bilanzen und G+V-Rechnungen, Detail-SWOTs konkludent sind. Dies i.d.R. auch im Falle von mehrstufig komplexen Bewertungsanforderungen bei denen das Bewertungsergebnis nur über umfängliche Hilfs- und Nebenrechnungen ermittelt werden kann.

 

M+A Rüegg Mittelstandsberatung GmbH | Mail: rggbieber@t-online.de